Tag 29 – Ostersonntag

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12. April 2020

“Der Gottesgruß „Fürchte dich nicht“*, mit dem die Erzählungen des Testaments jene Ereignisse anzeigen, in denen geschieht, was die Vernunft nicht mehr in ihrem Entängstigungsrepertoire bereithält: dass das ganz und gar Unmögliche plötzlich wirklich und wirksam wird, findet seine Entsprechung im Glaubensbekenntnis. Ich glaube, das bedeutet vor allem anderen: ich fürchte mich nicht. Hilf meinem Unglauben, das meint kaum, den Mangel an Überzeugung zu beheben, als die Bitte: nimm mir die Sorge. Denn das Gegenteil von Vertrauen heißt schon lange nicht Misstrauen, sondern Angst.” (Jürgen Werner in seiner heutigen täglichen Notiz)

Anmerkung: “Die tägliche Notiz,” wiewohl ich sie nicht immer begreifen kann, erfüllt mich immer wieder mit Erstaunen. Darüber hinaus berührt sie gelegentlich durch Worte auf eine Weise, die ich selten woanders gefunden habe. Dann habe ich das Gefühl, daß Menschliches und Tiefes doch gesagt werden kann, als wären Theologie und Philosophie letztendlich Dichtung und flüsterten mir aus der Nähe zu.

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